Aktuelles
23.10.2026
Freie Wählergemeinschaft Speinshart blickt auf Kommunalwahl und zahlreiche Projekte zurück
Bei der Jahreshauptversammlung der Freien Wählergemeinschaft Speinshart standen neben dem Rückblick auf das vergangene Vereinsjahr vor allem die kommunalpolitischen Entwicklungen und die zahlreichen Projekte in der Gemeinde auf der Tagesordnung. Einen besonderen Akzent setzte der Besuch des Landtagsabgeordneten Martin Scharf aus Schwandorf, der als zuständiger Betreuungsabgeordneter der Freien Wähler für den Austausch mit dem Ortsverband zur Verfügung steht.
Austausch mit dem Landtagsabgeordneten Martin Scharf
Die Verbindung zur Landespolitik war bereits bei einer gemeinsamen Veranstaltung in München gepflegt worden. Der Vorsitzende der Freien Wählergemeinschaft Speinshart nahm zusammen mit Martin Scharf am Festakt zum 50-jährigen Bestehen der Europäischen Akademie Bayern mit anschließendem Staatsempfang in der Münchner Residenz teil.
Bei der Jahreshauptversammlung wurden weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit angesprochen. Im Gespräch waren unter anderem eine Landtagsfahrt im kommenden Jahr, regelmäßige Informationen über einen Newsletter oder eine WhatsApp-Gruppe sowie ein Besuch in den Gemeinden des westlichen Landkreises Neustadt an der Waldnaab während des Sommers.
Rückblick auf die Kommunalwahl
Im Jahresbericht des Vorstands nahm die Kommunalwahl breiten Raum ein. Die Freie Wählergemeinschaft Speinshart konnte ihre Sitze im Gemeinderat halten.
Der Vorstand blickte auf einen insgesamt geordneten Wahlkampf zurück und bedankte sich ausdrücklich bei allen Kandidatinnen und Kandidaten für ihre Bereitschaft, sich zur Wahl zu stellen und Verantwortung für die Gemeinde zu übernehmen. Die Hoffnung wurde geäußert, dass sich möglichst viele von ihnen auch bei der nächsten Kommunalwahl wieder engagieren werden.
Zur Vorbereitung auf die Wahl hatte die Freie Wählergemeinschaft außerdem an sogenannten Roadshows teilgenommen. Diese Veranstaltungen dienten dazu, sich frühzeitig über wichtige Abläufe und mögliche Fallstricke im Wahlkampf zu informieren.
Auch die Kreistagswahl wurde angesprochen. Die Freien Wähler konnten erneut Kreisräte aus dem westlichen und östlichen Landkreis in den Kreistag entsenden, während die Mitte des Landkreises vergleichsweise schwach vertreten blieb. Von den acht Kreisräten kommen allein vier aus Eschenbach. Zugleich wurde festgestellt, dass alle Parteien jeweils einen Sitz an die AfD abgeben mussten.
Vorstand berichtet über vielfältige Aktivitäten
Neben der Kommunalwahl berichtete der Vorstand über die zahlreichen Termine und Aktivitäten des vergangenen Jahres. Dazu gehörten die Teilnahme am Vereinstag in Vorbach, bei dem Fragen zu Rechtsformen, Versicherungen, Finanzen und Satzungen im Ehrenamt behandelt wurden, sowie die Jubiläumsfeier zum 40-jährigen Bestehen des Freie-Wähler-Kreisverbands in Oberbibrach.
Bei dieser Veranstaltung wurde Max Wagner für seine Verdienste mit der Platin-Ehrung ausgezeichnet. Darüber hinaus nahm die Freie Wählergemeinschaft an der Gemeindeverbandsversammlung, mehreren Sitzungen des Kreisverbands und der Jahreshauptversammlung der Freien Wähler Eschenbach teil.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das europäische Engagement. Gemeinderat Holger Götz ist seit dem Start des Programms im Jahr 2023 als Europagemeinderat aktiv. Neben verschiedenen Online-Seminaren zu Themen wie dem Europäischen Green Deal, EU-Fördermöglichkeiten, digitaler Dorfentwicklung und der EU-Abwasserrichtlinie ist für den kommenden Monat eine dreitägige Seminarfahrt nach Brüssel geplant. Auf dem Programm stehen unter anderem Besuche im Europaviertel, im Europäischen Parlament und im Büro der bayerischen Kommunen sowie der Austausch mit Ansprechpartnern vor Ort.
Kommunale Projekte: Von der Kita bis zum Wissenschaftszentrum
Der Fraktionsvorsitzende berichtete über die Arbeit im Gemeinderat und die Entwicklungen bei zahlreichen kommunalen Vorhaben. Seit der letzten Jahreshauptversammlung fanden zehn Gemeinderatssitzungen statt.
Eine wichtige Maßnahme konnte mit der energetischen Sanierung und Erweiterung der Kindertagesstätte abgeschlossen werden. Die neuen Räume wurden im September im Rahmen einer Einweihungsfeier vorgestellt. Auch bei der Abdichtung der Bauschuttdeponie schreiten die Arbeiten planmäßig voran.
Die Kläranlage wurde mit einer Photovoltaikanlage und einem Speicher ausgestattet. Ziel ist es, möglichst viel des benötigten Stroms selbst zu erzeugen und dadurch die laufenden Stromkosten zu senken.
Der Glasfaserausbau war zunächst gut angelaufen, geriet jedoch ins Stocken. Die Gemeinde hofft auf einen baldigen Abschluss der Arbeiten. Auch der Neubau des Bauhofs bleibt ein wichtiges Vorhaben. Die Umsetzung hat sich zwar verzögert, ist aber dringend erforderlich, damit die weiteren Bauarbeiten am Wissenschaftszentrum Kloster Speinshart nicht behindert werden. Für den Bauhof stehen auch Bundesmittel aus dem Investitionsprogramm zur Verfügung.
Bei der Infrastruktur gibt es weitere Fortschritte: Die Brücke bei Zettlitz wird derzeit teilweise erneuert. Der Neubau der Staatsstraße zwischen Speinshart und Dobertshof schreitet voran; aktuell laufen Bodenuntersuchungen. Die Renaturierung der Creußen kommt dagegen nur langsam voran, vor allem aufgrund der angespannten finanziellen Situation des zuständigen Wasserwirtschaftsamts.
Wissenschaftszentrum Kloster Speinshart: Förderung und Finanzierung im Blick
Ein besonders umfangreiches Vorhaben ist die Entwicklung des Wissenschaftszentrums im Kloster Speinshart. Für die ersten beiden Bauabschnitte wurde eine Städtebauförderung beantragt. Dabei ist eine Förderquote von 80 Prozent für den städtebaulichen Anteil vorgesehen. Der kommunale Anteil der Gemeinde soll begrenzt werden. Ergänzend wurden bereits Fördermittel aus dem Programm „KulturInvest“ beantragt; weitere Fördermittel des Freistaats sind für die kommenden Jahre vorgesehen. Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung wurden die Planungen vorgestellt.
Auch andere Vorhaben profitieren von Förderprogrammen. Für die Sanierung und Erweiterung des Sportheims wurde eine Förderung über das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ beantragt. Die Förderquote beträgt 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Für Kanalbaumaßnahmen in Haselbrunn und Seitenthal sowie für die technische Erneuerung der Kläranlage sind Förderungen über das Programm RZ/WAS vorgesehen.
Darüber hinaus wurde das Konzept für das Sturzflutmanagement mit 75 Prozent gefördert. Ein neuer Backofen im Klosterdorfbereich konnte ebenfalls mit einer Förderquote von 75 Prozent umgesetzt werden. Die restaurierten Sandsteinfiguren wurden mit Unterstützung der Dorferneuerung gefördert; hier lag die Förderquote bei 80 Prozent.
Haushalt: Investitionen ohne neue Schuldenaufnahme
Trotz der zahlreichen Aufgaben und laufenden Investitionen konnte die Gemeinde im Jahr 2026 eine neue Schuldenaufnahme vermeiden. Neben den eigenen finanziellen Anstrengungen sind dabei Fördermittel und staatliche Zuweisungen von Bedeutung.
Gleichzeitig bleiben die finanziellen Spielräume begrenzt. Umso wichtiger ist es, geplante Maßnahmen sorgfältig zu priorisieren, verfügbare Förderprogramme zu nutzen und die kommunalen Eigenanteile im Blick zu behalten. Dies gilt insbesondere für die größeren Infrastrukturprojekte und die Entwicklung des Wissenschaftszentrums.
Auch die Zukunft des Tonabbaus beschäftigt die Gemeinde. Die Verlängerung der Abbauzeit um zwei Jahre verschafft zunächst weiteren Spielraum. Untersuchungen der tiefer liegenden Schichten deuten allerdings darauf hin, dass die vorhandenen Tonvorkommen begrenzt sind und sich der Abbau seinem Ende nähern könnte.
Wasserversorgung bleibt eine zentrale Herausforderung
Im Bericht zur Arbeit des Wasserzweckverbands wurden die jüngsten Entwicklungen bei der Trinkwasserversorgung erläutert. Neuer Vorsitzender des Verbands ist Speinsharts Bürgermeister Albert Nickl.
Besonders in Erinnerung blieb der größere Wasserrohrbruch im September 2025, der über einen Zeitraum von rund zwei Wochen zu erheblichen Einschränkungen führte. Eine Abkochanordnung war notwendig, und kilometerlange Trinkwasserschläuche mussten als Übergangslösung eingesetzt werden.
Die daraus entstandenen Kosten waren zum Zeitpunkt des Berichts noch nicht abschließend bekannt. Sie sollen jedoch bei der Berechnung der Verbesserungsbeiträge berücksichtigt werden. Bereits versandte Nachverrechnungsbescheide im Zusammenhang mit der neuen Beitrags- und Gebührensatzung sowie der Globalberechnung haben bei zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern Fragen zu den geforderten Beträgen ausgelöst.
Für den Wasserleitungsbau zwischen Speinshart und Tremmersdorf wird eine weitere Abrechnung erwartet. Zudem stehen der Neubau einer Wasserleitung zwischen Tremmersdorf und dem Hochbehälter Haselbrunn sowie Arbeiten am Haselbrunner Ortsnetz an. Parallel dazu sind in diesem Bereich umfangreiche Kanalbaumaßnahmen der Gemeinde vorgesehen.
Damit bleibt die sichere Wasserversorgung ebenso wie die Erneuerung der Abwasserinfrastruktur eine wichtige kommunale Aufgabe der kommenden Jahre.
Ausblick auf das kommende Vereinsjahr
Zum Abschluss richtete sich der Blick auf die kommenden Termine. Die Bezirkshauptversammlung der Freien Wähler steht in Schwandorf an. Außerdem soll im nächsten Jahr das 30-jährige Bestehen der Freien Wählergemeinschaft Speinshart zum Anlass genommen werden, die Geschichte und Entwicklung des Ortsverbands näher zu beleuchten.
Die traditionelle Weihnachtsfeier findet am 29. November 2026, dem ersten Advent, im Gasthaus Schmid statt.
Die Jahreshauptversammlung machte deutlich, wie breit das Aufgabenspektrum der Freien Wählergemeinschaft Speinshart ist: Es reicht von der kommunalpolitischen Arbeit und der Begleitung umfangreicher Infrastrukturprojekte über die Zusammenarbeit mit Kreis- und Landespolitik bis hin zum ehrenamtlichen Engagement und dem Austausch auf europäischer Ebene.